Obstbaumschnittkurs März 2026
Hadersbach. (aha) Durch das bayernweit angebotene Programm „Streuobst für alle" werden in den Dörfern und in der Landschaft wieder vermehrt Hochstammobstbäume angepflanzt. Leider werden diese Obstbäume dann oft sich selbst überlassen oder unsachgemäß behandelt. Mit der Pflanzung allein ist es nämlich nicht getan. Diese Jungbäume brauchen bereits im ersten Jahr einen Pflanzschnitt und später einen Erziehungsschnitt.
Obstbaumschnitt ist „eine Wissenschaft für sich“. Man kann vieles falsch machen. Hat man zu viel und zu heftig geschnitten, sind sogenannte Wasserschosser die Folge, und der Baum sieht wie ein Besen aus. Aus Angst davor, dass man wieder etwas falsch macht, wird oftmals überhaupt nicht mehr geschnitten. Sinnvoll ist es daher einen Schnittkurs zu besuchen. Am besten wäre es, gleich mehrmals mit Fachleuten die richtige Behandlung eines Baumes zu erlernen. Erst mit der Zeit kommt die Erfahrung, um einschätzen zu können, was und wie viel man schneiden soll.
Aus diesem Grund sind vor Kurzem in Hadersbach wieder zwei Schnittkurse angeboten worden, einmal mit Hans Krempl aus Geiselhöring und einmal mit Kreisgartenfachberater Harald Götz. Der Pflanzschnitt ist relativ einfach. Mitteltrieb und drei bis vier Leitäste bilden das Grundgerüst. Mehrjährige Obstbäume brauchen einen sogenannten Erziehungsschnitt, im Lehrbuch sehr einfach dargestellt, in der Praxis schon etwas schwieriger. Ganz schwierig wird der Schnitt von älteren Obstbäumen, die schon lange nicht mehr oder überhaupt noch nicht geschnitten worden sind.
In solchen Fällen kann man auch nicht mehr mit einer Gartenschere zu Werke gehen. Hier benötigt man einen Hochentaster und eine ordentliche Säge. Mehr als 250 Obstbäume hat Ludwig Krinner in der Feldflur der ehemaligen Gemeinde Hadersbach gezählt. Viele davon haben die Jäger gepflanzt. Auf kleineren Streuobstwiesen, manchmal auch als Einzelbäume, prägen sie die heimische Landschaft. Der Pflegezustand der Streuobstwiesen beziehungsweise der Einzelbäume ist leider oftmals nicht sehr gut. Deshalb werden sich in Zukunft wieder die Jäger und die Naturfreunde Hadersbach um dieses Aufgabengebiet kümmern.