Waldbegang: Jagd und Waldumbau gemeinsam denken
Am 24. Oktober fand in den Gemeinschaftsrevieren Holztraubach, Oberhaselbach II und Oberlindhart II ein gemeinsamer Waldbegang statt. Begleitet wurde die Begehung von Ramona Fehringer, Fachreferentin für forstliche Angelegenheiten beim Bayerischen Jagdverband (BJV).
Initiiert wurde der Waldbegang von Arthur Bauer, Hegeringleiter der HG Mallersdorf, mit dem Ziel, eine unabhängige fachliche Einschätzung zur aktuellen Verbisssituation in den beteiligten Revieren zu erhalten. Anlass waren die letzten Revierweisen-Aussage des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF), in der die Verbissbelastung bei den Revieren als zu hoch eingestuft worden war.
Im gemeinsamen Austausch zwischen Jagdpächtern, Jagdgenossenschaften und dem BJV bestand Einigkeit darüber, dass der notwendige Waldumbau nicht allein durch eine weitere Erhöhung der Abschusszahlen erreicht werden kann. Zwar bleibt die Jagd ein zentrales Instrument, langfristig erfolgreich ist sie jedoch nur in Verbindung mit angepassten waldbaulichen Maßnahmen und revierübergreifend abgestimmten Jagdstrategien.
In einzelnen Revieren wurde der Abschuss in den vergangenen Jahren bereits um mehr als 50 Prozent gesteigert, dennoch entwickelte sich die Verbissbelastung von tragbar nach zu hoch. Dies unterstreicht die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes, bei dem Jagd, Waldumbau und Standortbedingungen gleichermaßen berücksichtigt werden.
Neben der Bewertung des Schalenwildeinflusses müssen zukünftig auch waldbauliche Rahmenbedingungen stärker in die Gesamtbeurteilung einfließen.
Der Waldbegang zeigte deutlich, dass nur durch Dialog, gegenseitiges Verständnis und eine enge Abstimmung zwischen Jagd, Forst und Behörden nachhaltige Lösungen für eine zukunftsfähige Waldentwicklung erreicht werden können.
Ein Dank gilt Herrn Dr. Sturm, Jagdpächter von Holztraubach, für die Einladung zum abschließenden Weißwurstessen.