Jagd ist aktiver Tier-und Naturschutz
BJV Kreisgruppe unterstützt aktiv das Projekt „Rebhuhn retten-Vielfalt fördern“
Die Jagd wird häufig auf das Erlegen von Wild reduziert. Dabei gerät oft in Vergessenheit, dass Jägerinnen und Jäger das ganze Jahr über einen wichtigen Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten. Biotoppflege, Hege, Wildäcker, Blühflächen und die Unterstützung bedrohter Tierarten gehören ebenso zu ihren Aufgaben wie eine verantwortungsvolle Regulierung von Wildbeständen. Besonders die Bejagung von Prädatoren spielt dabei eine bedeutende Rolle.
Gerade bodenbrütende Vogelarten wie das Rebhuhn oder der Brachvogel stehen heute unter enormem Druck. Lebensraumverlust, intensive Landwirtschaft und ein hoher Prädationsdruck haben dazu geführt, dass ihre Bestände vielerorts dramatisch zurückgegangen sind. Erst kürzlich wurde in einem Revier der Kreisgruppe Mallersdorf erneut ein Rebhuhngelege von Prädatoren vernichtet – ein trauriges Beispiel dafür, wie schnell der Bruterfolg einer ohnehin bedrohten Art zunichtegemacht werden kann.
Zu den natürlichen Prädatoren wie Fuchs, Dachs oder die invasiven Arten wie Marderhund, Waschbär, etc. zählen aber auch Greifvögel, Rabenvögel und der nun schon weit verbreitete Kolkrabe, welche Gelege oder Jungvögel erbeuten können.
Eine fachlich fundierte und gesetzeskonforme Bejagung von Prädatoren trägt dazu bei, den Druck auf gefährdete Bodenbrüter zu verringern. Dazu gehört auch die Ausübung der Fallenjagd. Die Prädatorenbejagung ist zwar kein Allheilmittel und ersetzt keinesfalls die Verbesserung von Lebensräumen, kann aber dort, wo geeignete Lebensräume vorhanden sind, den Bruterfolg deutlich verbessern. Zahlreiche Untersuchungen zeigen, dass insbesondere Prädatorenjagd in Kombination mit einer gezielten Biotopverbesserung positive Effekte für bedrohte Niederwildarten erzielt werden können.
Die Jägerschaft der BJV Kreisgruppe Mallersdorf unterstützt nun seit einigen Jahren das Projekt „Rebhuhn retten-Vielfalt fördern“ des Landschaftspflegverband Straubing Bogen mit bereits erkennbarem positivem Trend.
Davon profitieren aber nicht nur Rebhühner, sondern auch Feldhasen, Fasane und weitere bodenbrütende Geschöpfe. Wo Prädatoren verantwortungsvoll und gesetzeskonform bejagt und gleichzeitig Lebensräume verbessert werden, steigen die Chancen dieser Arten, sich erfolgreich fortzupflanzen und stabile Bestände aufzubauen
Moderne Jagd bedeutet deshalb weit mehr als die nachhaltige Nutzung von Wild. Sie ist gelebter Natur- und Artenschutz. Verantwortungsbewusste Jägerinnen und Jäger handeln nicht gegen die Natur, sondern für ein ökologisches Gleichgewicht. Sie übernehmen Verantwortung für bedrohte Arten und leisten einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt.
„Wer den Schutz unseres Niederwildes ernst nimmt, muss den gesamten Lebensraum betrachten. Dazu gehören strukturreiche Landschaften, ausreichend Nahrung und Deckung – aber eben auch ein ausgewogenes Management der Prädatoren. Nur das Zusammenspiel all dieser Maßnahmen bietet Rebhuhn, Feldhase, Fasan und vielen weiteren Arten eine echte Zukunft. Jagd ist daher nicht das Problem, sondern ein wesentlicher Teil der Lösung – immer mit dem Ziel, unsere heimische Tierwelt zu erhalten und die Artenvielfalt für kommende Generationen zu sichern“ betont erneut der 1.Vorsitzende der BJV Kreisgruppe Mallersdorf Arthur Bauer
Von einer Weihe zerstörtes Rebhuhngelege